Die Erhaltung der Artenvielfalt ist eine ethische Verpflichtung der Allgemeinheit.
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Die Helm-Azurjungfer - etwas Besonderes in Tunsel?
Klein und bau-schwarz gezeichnet – das ist sie! Das Leben der Helm-Azurjungfer – nur einen Sommer lang ?! Und warum ist sie so selten? Auf der Gemarkung Tunsel besteht ein Schutzgebiet Natura 2000 am Neugraben/Seltenbach westlich von Schmiedhofen. Die Anzahl der Einzelexemplare der Helm-Azurjungfer ist innerhalb weniger Jahre stark zurückgegangen auch in Tunsel.
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Projekte mit Walliser Schwarzhalsziegen Mit der Walliser Schwarzhalsziege lassen sich gute Landschaftspflegearbeiten durchführen. Die Vermarktung des Fleiches und der Nebenprodukte ist für uns zweitrangig. Mit dem AAL-Prinzip werden Möglichkeiten geschaffen diese Ziegenrasse zu erhalten. AAL steht für: Andere arbeiten lassen. Die landwirtschaftlichen Bewirtschafter nutzen Ziegen und Flächen selbständig. Damit arbeiten die Ziegen für uns alle. Auf einen Stall und Kraftfutter kann teilweise die genügsame Ziege verzichten, die sehr effektiv in der Landschaftspflege eingesetzt wird. Hier verbeißt sie auch dornige Gebüsche und hält Hänge strauchfrei. Orchideen und andere Blumen können sich so auch entwickeln. Kostengünstige Möglichkeiten naturschutzfachlich adäquat Landschaften und Biotope zu pflegen ist das primäre Ziel dieser Projekte. Letztlich ist etwas unbezahlbares wie den Erhaltung seltener Tiere und Pflanzen oder eine Landschaft dadurch durchführbar. Projekt 1: Offenhaltung der Landschaft zwischen Bollschweil und St. Ulrich Mit der Offenhaltung der Landschaft versucht man zwischen Bollschweil und St. Ulrich vereinfacht gesagt, die Vielfalt der reich strukturierten Eindrücke gegenüber der Langweile uniformer Waldlandschaft weichten zu lassen. Der stete Wechsel zwischen Wiesen, Weiden und Waldgebieten prägend den Weg von Bollschweil nach St. Ulrich. Das Weidegebiet gehört zum Naturpark Südschwarzwald und teilweise auch zum Landschaftsschutzgebiet "Landschaftsteile Horben-St. Ulrich". Zahlreiche Biotope betreffen diese Weideflächen und werden entsprechend erhalten auch für viele wilde Tiere und Pflanzen. Neben der Ziegenhaltergemeinschaft St. Ulrich wirken auch private Ziegenhalter mit. Meine Walliser Schwarzhalsziegen gehören zum Bittersthof und sind im Bereich "Gütle" zu sehen. Die Walliserziege sind bescheiden und extrem anpassungsfähig an die Verhältnisse im Gebirge (Alpine-/Hochgebiergs-Ziegen). Sie haben im Bereich "Gütle" eine Ideale Weide mit Felsen, der "Möhlin" als Wildbach, vielen Bergwiesenpflanzen in einer Wald- und Wiesenlandschaft. Ziegen sind Mischfresser, d. h. sie verbeißen Sträucher und Bäume und nicht nur Gras. So tragen diese zur besseren Offenhaltung der Kulturlandschaft bei. Die Rahmenbedingungen, Bergwiesen und laufend nachwachsendes Gestrüpp, bieten beste Voraussetzungen, für das landschaftsschonende beweiden mit Walliser Schwarzhalsziegen. Projekt 2: Münstertal/Schwarzwald Nach wie vor ist die Landwirtschaft ein wichtiger Faktor in Münstertal/Schwarzwald. Über 1000 Ziegen, die mittlerweile in Münstertal gehalten werden, leisten hierzu einen wichtigen Beitrag neben Rindern und Schafen. Ohne den Einsatz der Grundstückseigentümer wäre das Münstertal längst verhurstet und verwaldet. Auch in Münstertal kann man meine Walliser antreffen. Das Heuen an steilen Hängen ist zu aufwendig, die Landwirtschaft wurde teilweise aufgegeben und daher wuchsen diese bewohnten Täler immer mehr mit Brombeeren und Gehölzen zu. Das kurzfristige beweiden mit Wanderschäfer brachte nicht den gewünschten Erfolg gegen die Brombeeren, daher wurde eine länger andauernde Beweidung mit wenigen Ziegen angestrebt. Die Waliser Ziegen war damit auch Teil meiner Studie bei der auch eine Waldweide wiederbelebt wurde. Neben einer Bewertung des Experiments aus der Sicht des Naturschutzes wurde erforscht, ob die Weide bei den Besuchern gut ankommt und so die Attraktivität steigert. Nachhaltig wird die Fläche frei gehalten um Licht in das Tal zu bringen. Projekt 3: Bewertung der Flächen in Tunsel Tunsel dürfte wie in ganz Europa vor tausenden von Jahren von dichten unberührten Urwäldern bedeckt worden sein. Funde aus der Zeit eine Siedlung aus dem Neolithikum, Laténezeit, Bronzezeit, und provinzial-römisch Zeit Merowingerzeit zeigen, daß hier früh Ackerbau betrieben wurde. Tunsel taucht im Jahr 860 erstmals als villa Tonsol urkundlich auf, als Freileute ihren gesamten Grundbesitz dem Benediktinerkloster St. Trutpert im Münstertal schenkten. Tunsel belieferte die Mönche mit landwirtschaftlichen Produkten, vor allem aber mit Wein. Nach einer Chronik: "Ein guter Ackerboden bescherten den Tunsler Landwirten besonders reichlich Weizen. Auch der Nutztierbestand war beachtlich. Wegen ihrer ertragreichen Landwirtschaft und ihrer „feisten“ Schlachtschweine nannte man die Tunsler „Speckbüre“. Bis in die 70er Jahre war Tunsel landwirtschaftlich geprägt. Durch die Urbanisierung der Landschaft entstand in der Rheinebene eine instabile flurbereinigte Landschaft. Die 921 ha von Tunsel ist eine flachwelliges und waldloses Gebiet. Heute gibt es nur noch wenige Vollerwerbslandwirte, die hauptsächlich in Sonderkulturen investieren. Für den Naturraum Markgräfler Hügelland sollte nun bei den Ackerflächen an zahlreichen Stellen das Rebhuhn (Perdix perdix) durch die Rücknahme der Nutzunsintensität auf Teilfächen und nutzungsbegleitender Strukturen (z.B. ungedüngte Ackerrandstreifen) gefördert werden. Aus naturschutzfachlicher sicht sind daher Biotopvernetzungselemente sehr günstig für die Natur. In dieser strukturarmen Landschaft ist es höchst interessant eine Weide zu beleben oder Hecken und Bäumen zu pflanzen. Danach kommen auch natürliche Wildkräuter auf diese Insellage und bringen eine naturschutzfachliche Aufwertung. Später finden in dieser Oase immer wieder tierische Besucher die vorort eine Heimat finden inmitten einer Ackerwüste. Ziel ist ein biologisches und ökologisches Gleichgewicht entstehen zu lassen und dies erfordert höhere Aufwendungen. Mit Grünstreifen, Feldheckenzügen, Gehölzen werden nun von der Stadt Bad Krozingen vielerorts Maßnahmen durchgeführt. Für meinen bewirtschaftenden Schwarzwälder Bio- und Grünlandbetrieb war die extensive Landnutzung als Weide mit geringem Aufwand möglich, da teilweise Unterstande und die ziegensichere Einzäunung für diesen Betrieb bestand. Für die "Walliser" Ziegenhaltung ist das mildere Klima in der Rheinebene im Winter günstig und können so ganzjährig draußen gehalten werden. Die Fläche trägt aber auch zum Erhalt von wilden Pflanzen- und Tierarten bei (Wildblumen, Eidechsen). Als Puffer und Ausgleichselemente in der Landschaft, um die Auswirkung der intensiven Nutzungen auf benachbarten Flächen aufzufangen und für eine Gewässerschutz (SchalVO) ist die Flächenfunktionen durch die Beweidung gut erfüllt.
Projekt 4: Böschungspflegemaßnahmen im Breisgau Vom Landschaftserhaltungsverband des
Landkreises Emmendingen wurde in Kooperation mit den Kommunen ein Entwicklungskonzepte für die Rebböschungen Die Ziegenweiden kostet die Gemeinde Malterdingen wenig, weil das gefördert wird. Am Bienenberg in Malterdingen erfolgt das Experiment mit den Walliser Bergziegen auf einem umzäunten Weidestück. Eine Erosion an der Böschungsfläche, die von Ziegen bewirtschaftet werden wurde nicht beobachtet, vielmehr werden diese eher sogar verfestigt. Allerdings sind die Kosten von rund 1400 Euro pro Hektar relativ teuer, da das abbrennen einer Böschung dagegen nur rund 40 Euro/ha kostet. Das Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen. Projekt 5: Grabenpflege am Neugraben in Tunsel In vielen Teilen Europas steigt der Waldanteil als Folge der Aufgabe der Nutzung von Grenzertragsstandorten an. Diese Waldzunahme verläuft kleinräumig differenziert und ist häufig mit Problemen verbunden. Aus Naturschutzsicht ist insbesondere ein Verlust artenreicher, offener und halboffener Kulturlandschaften zu beklagen; aber auch für Gemeinden, lokale Bevölkerung und Tourismus ergeben sich Schwierigkeiten, etwa im Hinblick auf eine Veränderung des Landschaftsbildes. Damit gewinnt das Verständnis der Prozesse, Folgen und politischen Steuergrößen der Waldzunahme eine erhebliche Relevanz. Zu schützen ist am Neugraben entlang die Helm-Azurjungfer. Die Beschattungen durch Bäume führen zum ausbleiben dieser Art und dies ist dort das Hauptproblem. Die Bestände wurden vor Jahren nachgewiesen durch die LUBW und nun wurden nur noch kleine Bestände vom Koordinator des Artenschutzprogrammes Libellen des Regierungspräsidiums festgestellt. Am Neugraben/Seltenbach wurde daher vor Jahren bei einem Grundstück das mit Gehölzen bepflanzt war Entbuschungsmaßnahmen vorab durchgeführt. Darauf befindet sich ein FFH Schutzgebiet Natura 2000. Geschützt werden primär die Helm-Azurjungfer. Das freischneiden am Bach brachte für das Libellenhabitat wesentliche Vorteile und jährlich konnten auch immer mehr Libellenarten und größere Populationsbestände beobacht werden. Von dem 1000 m langen Schutzgebiet entlang von dem Graben sind bedauerlicherweise nur wenige Stellen für diese Libellenart als Habitat noch geeignet. Mit der Naturschutzbehörde wird derzeit auch ein Weidemanagement konzeptiert. Projekt 6 Freiwillig werden sich die wasserscheuen Ziegen zwar nie ins Wasser begeben, aber die Schwimmfähigkeit in der Not ist nicht die Schlechteste. Regen und Baden mögen Ziegen in der Regel auch nicht. Vor allem in der Schweiz oder für Schauziegen werden Walliser Schwarzhalzziegen gekämmt, gebadet und schöngemacht. Bei meiner Untersuchung ging es jedoch um die Trittschäden an den Ufern von Bächen. Verschiedentlich liegen die Weiden an Bachen und das tränken der Tiere aus dem Bach (Möhlin, Neumachen, Seltenbach) ist ortsüblich. Eine Ziegenbeweidung hat gegenüber der Rinderbeweitung den Vorteil, daß weniger oder keine Trittschäden entstehen. Projekt 7: Kombination verschiedener Tiere Bezweckt wird auch derzeit eine wechselnde Weidenutzung auf einem Grundstück mit Ziegen und mit Rindern. Im Englischen spricht man von "mixed grazing". Da wo die Rinder nicht fressen oder wo die Rinder aufgrund der Gefahren nicht hin dürfen sollen die Ziegen Ihre Aufgaben erledigen. Um Konkurrenzen von vornherein zu vermeiden wird bisher eine Beweidung nacheinander vorgenommen. Das Maul von Ziegen gleicht jenen von Schafen, sie beisen das Gras jedoch weniger tief ab, lieben es zu naschen, und gezielt die Blätter von Büschen abzufressen und Zweige anzuknabbern. Auch Pferde beißen das Gras ab und rupfen nicht. Rinder quetschen oder reißen mit ihrer Zunge das Gras ab und eignen sich vor allem für ertragreiche Weiden. Bei Rindern kommt es eher vor, dass über- und unternutzte Stellen sowie Weidereste entstehen. Indem man Rinder und Ziegen gemeinsam oder nacheinander grasen lässt, wird die Grasnarbe gleichmässiger abgefressen. Die Mischweide ermögliche es, sowohl die Dichte der Grasnarbe als auch die Produktivität der Weide zu erhöhen. Doch nicht nur das Fressverhalten spielt eine Rolle bei der Wahl der Tierart, sondern auch das Gelände. Für steiles Gelände eignen sich kleine Tiere besser als große und schwere Tiere. Durch das abwechselnde Weiden von kleinen und großen Wiederkäuern tritt außerdem ein Verdünnungseffekt der Parasiten auf, das heißt, der Druck durch Parasiten werde kleiner, damit blieben die Nutztiere gesünder. Die spezifische Anfälligkeit der Tierarten gegenüber Parasiten setzt dem gemeinsamen Weiden auch Grenzen. Ziel ist ein Gleichgewicht zwischen Wirt und Parasiten und nicht ein Ausrotten der Parasiten. Eine Immunität des Tieres gegenüber dem Parasiten kann sich nur ausbilden, wenn das Tier mit diesem in Kontakt kommt, ohne von einer zu großen Zahl überwältigt zu werden. Verschiedene Versuche zeigen, daß sich Ziegen gut mit anderen Tieren vertragen. Probleme können durch gute Kombinationen auch im Stall gut gelöst werden.
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